Wostromirsky

Hans Herrmann Wostromirsky von Rockittnigk(1647-1718) königlich polnischer und Churfürstlich sächsischer General und Kommandant der Festung Dresden

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Hans Herrmann Wostromirsky von Rockittnigk, ein siebtes Kind des Nicolaus Wostromirsky(zwischen 1650 und1657 kaufte er das Rittergut Alt-Kötitz), ward geboren zu Dresden am 14. August 1647 und Tags darauf getauft, anfangs zu Dresden, dann in Alt-Kötitz erzogen und besuchte die Fürstenschule zu Grimma von 1660 bis 1664.

Bereits im Jahre 1664 suchte er Kriegsdienste und trat als Musketier unter die lüneburgischen Truppen in das Regiment des Obristen Mollison.

Im Jahre 1667 nahm er in dem unter dem Herzog Bernhard von Holstein in den Niederlanden stehenden spanischen Infanterieregiment den Dienst auf.

Als dieses Regiment 1670 aufgelöst wurde, trat er als Gefreiter in das holländische Regiment des Obersten Torsey, bald darauf ward ihm ein Fähnlein anvertraut und er 1672 zum Leutnant, 1673 zum Kapitänleutnant in dem selben befördert, worauf er von 1676 bis 1677 als Kapitän eine wirkliche Kompanie befehligte. In diesem Jahre rief ihn Kurfürst Johann Georg II. als Vasallen und Landeskind nach Dresden zurück. Nach der Rückkehr aus Holland vermählte sich Wostromirsky 1677 mit Dorothea Magdalene von Döring, eine Tochter des August von Döring auf Dahlen. Sie hatte ihm fünf Töchter geboren.

1680 ernannte ihn Kurfürst Johann Georg III. zum Kapitän beim Leibregiment zu Fuß, 1690 zum Oberstwachtmeister im reußischen Regiment.

Im Jahre 1692 ernannte ihn Kurfürst Johann Georg IV. zum Major bei der unter dem Oberst Baron von Meusebach neu formierten Leibgarde, 1694 ward er Oberstleutnant bei des Grafen Dohna Regiment zu Fuß, 1697 kam er als solcher zu dem Röbelischen Regiment zu Fuß und Jahres darauf als wirklicher Oberst zu der in Dresden stehenden Garde.

Brigadier im Jahre 1699 erhielt er, als in Folge des zwischen dem kaiserlichen Hofe und dem Kurfürsten von Sachsen am 16. Januar 1702 abgeschlossenen Tractates der letztere dem Kaiser für jährliche Geldzahlungen 8000 Mann gegen Frankreich und Bayern zu stellen sich verpflichtet hatte, ein Kommando unmittelbar unter dem mit der Oberleitung betrauten Generalleutnant von der Schulenburg.

Er nahm an der Schlacht von Höchstädt teil.

1704 rückte Wostromirsky wieder ins Feld. Das für den polnischen Feldzug bestimmte sächsische Truppencorps-bestehend aus 3500 Pferden und 7800 Mann Infanterie- brach am 27. Juli 1704 unter Steinau und Schulenburg auf. Wostromirsky war einer der kommandierenden fünf Generalmajore.

Der Feldzug endete am 13. Februar 1706 mit der Schlacht bei Fraustadt, die gegen die Schweden verloren ging. Wostromirsky erhielt bei Fraustadt eine schwere Schußwunde und wurde nach elf Monaten Gefangenschaft in Stockholm gegen den schwedischen General Meyerfeld ausgewechselt.

Generalmajor nach Eroberung der Cober Dünamünder Schanze bei Riga ward er im Jahre 1705 Kommandant der Residenzfestung, in demselben Jahre Generalleutnant und am 25. November 1714 General der Infanterie.

grimmenser album 1850 

In 54 Jahren Kriegsdiensten hatte Wostromirsky fünf Hauptschlachten und sechs Belagerungen beigewohnt. Am 07. Februar 1718 verstarb Hans Herrmann Wostromirsky von Rockittnigk zu Dresden. Die Beisetzung erfolgte zu Dahlen am 17. Februar, in der Gruft vor dem Altare der Dahlener Kirche.

(Quelle: Archiv für Sächsische Geschichte 1866, von Carl Sahrer von Sahr auf Dahlen)