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19. Jahrhundert

Den Begriff Straße dürfen wir nicht mit heutigen Vorstellungen messen. Es gab nicht mal einen Unterbau. Bei Regen verwandelte sich die Straße auch in den Orten, in Schlammlöcher und ausgefahrene Gleise.So klagt August Schumann in seinem Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen 1823:

„Zwei Hauptgebrechen am sächsischen übrigens sich sehr empfehlenden Postwesen sind: großenteils noch schlechte Poststraßen und unpassende Wagen."

In dieser Zeit wurden aber die ersten Abschnitte der Straße nach französischem Vorbild als Chaussee ausgebaut. Ab 1826 richtete man eine Eilpostlinie zwischen Leipzig und Dresden ein, welche nur eine Fahrzeit von 12 Stunden hatte. Ab 1830 gab es in Wurzen eine Brücke, wodurch die Mulde schneller überquert werden konnte.

Im Sommer des Jahres 1833 wanderte und fuhr auf der Straße Friedrich List, um den Plan für die Eisenbahnlinie Leipzig-Dresden festzulegen. Die Eröffnung dieser Bahnlinie 1839 versetzte der Hohen Straße nach und nach einen allmählichen Rückschlag, aber nicht für immer. Trotzdem wurden weitere Teile der Straße mit Unterbau versehen, um eine durchgehende Chaussee zu schaffen.

strasse 8

Das 20. Jahrhundert eröffnete mit dem Auto und dem Motorrad der Straße eine neue Perspektive. Erst in dieser Zeit, um die Mitte der dreißiger Jahre, wurde die Straße im Dorf mit Steinen gepflastert.

Nach dem ersten Weltkrieg wurde die ehemalige Hohe Straße zur Reichsstraße 6, dann zur Fernverkehrsstraße 6 umbenannt.

strasse 7

In Calbitz entstanden drei Tankstellen. Die Gasthöfe im Dorf hatten wieder zunehmenden Gästezustrom. Bald gab es wieder eine Personenbeförderung, diesmal mit Bus zwischen Leipzig und Dresden.