Der Collm

Der Collm mit einer Höhe von 316,1 m hebt sich wesentlich heraus aus einem Höhenzug von ca. 3 km Länge, am besten so sichtbar beim Austritt aus dem Kührener Wald auf der B 6. Oder man fährt mit dem Fahrrad die Betonplattenstraße zwischen Calbitzer-Wermsdorfer Straße und Wermsdorfer-Luppaer Straße entlang, um diesen schönen Blick auf den Höhenrücken zu genießen. Weitere Erhöhungen neben dem Collm sind der Windmühlenberg (247,8 m), oft auch „Kleiner Collm" genannt, oder der Schlangenberg (228 m).

Man könnte eine vulkanische Entstehung des Höhenrückens infolge seiner Form vermuten, dem ist aber nicht so. Sein Gestein besteht aus Quarziten, Sandsteinen, Grauwacke sowie aus Lagen von Konglomeraten (Gemisch verschiedener Steine und Einlagerungen). Die Formung des Collms erfolgte im Eiszeitalter (Pleistozän). Nach Norden hat der Berg steilere Hänge (Rodelbahn, Himmelsleiter) als nach dem Süden.

Die Bewaldung heute ist durch Rotbuchen, Stiel- und Traubeneichen und Nadelgehölze hauptsächlich gekennzeichnet. In der Strauchschicht finden wir Faulbaum, Eberesche, Holunder u. a.. In der Bodenflora finden wir an feuchten Stellen Farne und Moose, an trockenen Stellen verschiedene Gräser und die Drahtschmiele.

Auf dem Gipfel stehen der 1854 erbaute 18 m hohe Albertturm und der 1957-1962 erbaute 64 m hohe Richtfunkturm der Bundespost.

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Kurz vor dem Gipfel befindet sich das Haus der Naturfreunde. Am NW-Hang des Berges erbaute man von 1930 bis 1932 das Geophysikalische Observatorium der Leipziger Universität. An den Collmberg und den Windmühlenberg kuschelt sich das Dorf Collm mit einem Höhenunterschied von 35 m innerhalb des Straßenangerdorfes.

Auf dem Friedhof des Dorfes steht noch immer die tausendjährige Linde. Auf dem Gipfel des Collm befindet sich ein ovaler Ringwall von etwa 200 m x 100 m Größe. Auf der Westseite des Gipfels sind, kaum noch feststellbar, drei Wallzüge. Bisherige Vermutungen sprechen von einer mittelalterlichen Wallanlage, aber die Anlage dürfte noch viel älter sein. 1185-1259 fanden die Landtage der Markgrafen zu Meißen am Collm statt. Damit in Zusammenhang stehen das Wüste Schloß Osterland bei Oschatz aber auch das Wüste Schloß Hayn. Auch ein pavillonartiger Gebäuderest in Collm könnte aus dieser Zeit sein.

Der Collm und sein Wald waren immer Jagdgebiet. 1733 fanden durch den Kurfürsten und seine Gäste jährliche Saujagden statt. Auch danach blieb das Collmer Gebiet weiterhin Jagdfläche. Auf dem Windmühlenberg befindet sich noch eine Bockwindmühle ohne Flügel, welche bis 1950 in Betrieb war. Aber schon 1790 soll hier eine solche Windmühle gestanden haben. Bis nach dem II. Weltkrieg stand auf dem Collm ein Gasthaus mit einer sehr gemütlichen kleinen Gaststube. Ein hölzerner Pavillon und eine Freisitzfläche boten Platz für viele Gäste.

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Der Wermsdorfer Wald ist uraltes Waldgebiet, durchsetzt mit im Mittelalter künstlich angelegten Teichen. Der Silbersee entstand aber erst vor dem II. Weltkrieg durch Anstauung eines kleinen Baches, welcher dann als Altenhainer Bach in Calbitz in die Luppa mündet. Das Landschaftsschutzgebiet Wermsdorfer Wald ist in der Hauptsache ein Mischwald, durchsetzt von Kiefern- und Fichtenbeständen infolge forstwirtschaftlicher Nutzung. Strauch- und Bodenflora sind ähnlich wie schon beim Collm beschrieben, aber noch artenreicher. In feuchten Jahren gibt es hier alle Arten von Pilzen, auch reiche Vorkommen an Himbeeren und Brombeeren, während ein Rückgang an den Beständen an Heidelbeeren in den letzten Jahrzehnten zu verzeichnen ist. Der Wald hat eine reiche Tierwelt. Rot-, Dam-, Schwarz- und

Rehwild, aber auch Fasane, Rebhühner, Fuchs, Dachs und Hasen sind hier zu Hause.

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Das gradlinige Schneisensystem enstand in der Zeit August des Starken infolge der Einführung der Parforcejagd, welche aus Frankreich übernommen wurde. Da konnte man das Wild zu Pferde und mit Hundemeuten noch besser hetzen. Die Schönheit und die Stille des Waldes dienen heute der Erholung und Entspannung.

(Quelle: Calbitz am Collm 1292-1992, von Siegfried Heidler)

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